11 Dinge, die man in Stettin machen kann (Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten)

Stettin

Stettin gilt als das grüne Paradies und liegt in einer der attraktivsten Gegenden in Polen. Aus diesem Grund besuchen jedes Jahr ca. 400.000 Touristen dieses schöne Hafenstädtchen, die Hälfte davon sind Ausländer, denn durch die Grenznähe kommen vor allem Schweden, Dänen und natürlich auch Deutsche nach Stettin.

Stettin hat eine sehr große Anzahl an Sehenswürdigkeiten und interessanten Aktivitäten, so dass für jeden Geschmack und für jeden Wunsch das Richtige dabei ist. Die Stadt hat neben wunderschöner Natur auch viele historische Sehenswürdigkeiten wie liebevoll renovierte Häuser, Gebäude, Kirchen, ein schönes Schloss und jede Menge Kultur zu bieten.

Zudem gibt es auch regelmäßige Veranstaltungen, Festivals, Konzerte, etc.

Obwohl große Teile der Altstadt von Stettin während des Zweiten zerstört wurden, sind doch unglaublich viele historische Bauwerke verschont geblieben oder wurden liebevoll und originalgetreu rekonstruiert. Deshalb können die neugierigen Besucher auch heute noch viel entdecken.

Stettin ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern und ist mit über 400.000 Einwohnern ein politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.

Stettin liegt sehr nahe an der deutsch-polnischen Grenze, im Nordwesten Polens. So sind es gerade mal 120km von Stettin bis Berlin. Obwohl die Stadt sehr grün ist, ist sie vor allem durch Wasser markant geprägt.

Die Lebensader der Stadt ist sozusagen die Oder, die weiter nördlich in die Ostsee mündet. Im 19. Jahrhundert wurden die Touristen mit Schiffen vom Hafen in die nahen Ostseebäder gebracht. Wer sich nach tollen Bademöglichkeiten sehnt, der fährt heutzutage vor allem nach Swinemünde direkt am Stettiner Haff.

Hafen von Stettin

Der Hafen von Stettin ist eine ganz besondere Attraktion und ist bis heute einer der wichtigsten Bestandteile der Stadt. Hier werden Unmengen an Schiffen, die an den Kais liegen, Be- und Entladen und unzählige Kräne ragen steil und markant in den Himmel.

Der Seehafen, der an der Odermündung in das Stettiner Haff liegt, ist für die gesamte polnische Wirtschaft wichtig, nicht nur für Stettin. Denn der Hafen Stettin-Świnoujście ist nach Danzig der zweitgrößte Seehafen Polens. Zudem ist der Hafen natürlich auch eine wichtige Sehenswürdigkeit der Stadt.

Die Lage direkt an der Odermündung macht Stettin zum natürlichen Seehafen für diese Region. Seit 1945 betrifft dies am deutlichsten die Produktion des oberschlesischen Industriegebiets um Katowice, welches das größte Ballungszentrum des Landes ist. Grundlage der Wirtschaft dieser Region bildete der örtliche Steinkohlebergbau. Zudem benötigte die dortige Stahlindustrie Eisenerz. Dieses dringend in Oberschlesien benötigte Eisenerz wird über Stettin-Swinemünde importiert und dort auf Binnenschiffe verladen. Umgekehrt werden die zu exportierenden fertigen Stahlprodukte genauso über Stettin exportiert.

Schon 1848 gab es in Stettin 202 eingeschriebene Handelsschiffe. Außerdem war Stettin bis 1945 der Ein- und Ausfuhrhafen für Berlin. Denn diese zeitweise größte Industriestadt Europas war über zwei Kanäle mit der Oder verbunden. Zum einen über den bereits 1605 eröffneten Finowkanal und zum anderen seit 1917 über den moderneren Oder-Havel-Kanal. Die enge wirtschaftliche Verknüpfung zwischen beiden Städten riss jedoch nach dem Krieg durch Vertreibung und Grenzziehung größtenteils ab. Zum Glück sieht es so aus, als dass durch den europäischen Einigungsprozess die Schiffsverbindung zwischen Berlin und Stettin in Zukunft wieder eine größere Bedeutung bekommt wird.

Der Seehafen Stettin-Swinemünde hatte 2004 einen Gesamtumschlag von 15,5 Millionen t und 27.700 Standardcontainern. 740.000 Passagiere benutzten den Fährhafen (die meisten Verbindungen beginnen in Swinemünde) nach Skandinavien. Im Jahr 2014 wurden im Doppelhafen Stettin-Swinemünde 23,4 Mio. t Güter umgeschlagen.

Zwischen Stettin und Swinemünde besteht eine Schiffsverbindung mit einem Tragflügelboot über das Stettiner Haff und die Oder, die die rund 65 km lange Strecke in ca. 75 Minuten zurücklegt.

Im Hafen gibt es zahlreiche Anbieter für Hafenrundfahrten, die sehr zu empfehlen sind.

Sankt Peter und Paul Kirche

Die Sankt Peter und Paul Kirche ist die älteste Kirche der Stadt und des christlichen Vorpommerns. Das wunderschöne gotische Bauwerk geht auf das beginnende 12. Jahrhundert zurück und ist auch heute noch Gotteshaus der altkatholischen Polnisch-Katholischen Kirche.

Die Sankt Peter und Paul Kirche liegt im Herzen von Stettin, wobei die nächstgelegene Bahnstation der Hauptbahnhof ist. Die herrliche Kirche gehört zu den denkmalgeschützten Sehenswürdigkeiten an der sogenannten „Europäischen Route der Backsteingotik“.

Bischof Otto von Bamberg ließ die Kirche anlässlich seiner Missionsreise im Jahre 1124 in Stettin aus Holz erbauen und den Aposteln Petrus und Paulus weihen. Allerdings sind heute leider keinerlei Überreste mehr vorhanden, da das Gotteshaus 1189 bei einem Brand vollständig zerstört wurde.

Von 1223 bis 1227 wurde die Kirche dann mit Backsteinen neu erbaut, aber leider ist auch von diesem Gebäude heutzutage nichts mehr übrig.

Unterstützt von reichen Bürgern wurde dann im Jahre 1425 begonnen, eine gemauerte Kirche nach Plänen des Stettiner Baumeisters Heinrich Brunsberg an der Stelle des früheren Holzgebäudes zu errichten. Es entstand eine Hallenkirche mit fünf Jochen, die in drei Schiffe durch zehn Pfeiler gegliedert wurde. Die Sakristei wurde am nördlichen Seitenschiff angebaut. Außerdem gibt es unter dem Fußboden eine Krypta. Die baulichen Ähnlichkeiten mit der Stettiner Jakobikirche sind im Kirchenumriss deutlich sichtbar.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche durch Stiftungen wertvoller Kunstschätze und Kunstwerke bereichert, die in den meisten Fällen auch heute noch erhalten sind.

In neuerer Zeit wurden im Wesentlichen zwei Renovierungen vorgenommen. Zum einen wurden 1960 bei einer gründlichen Renovierung des Kircheninnern die neugotische Ausstattung entfernt und eine Orgelempore aus Beton eingezogen. Zum anderen wurden in den 1990er Jahren Restaurierungsarbeiten an den Gewölbe Polychromien und den Konsolen auf der Fassade durchgeführt und Teile der Dachbedeckung ausgetauscht.

Jakobikirche

Errichtet wurde die schöne Jakobikirche von den Bürgern der stolzen Hansestadt, wobei die Lübecker Marienkirche als Vorbild diente. Die Ausstattung der dreischiffigen Hallenkirche war sehr reich. Leider wurde die Kirche jedoch 1677 durch Kriegsereignisse zerstört.

Der zuvor aufgestockte Westturm stürzte 1894 ein, wurde in den Folgejahren jedoch wiederaufgebaut. Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg kam es zu einem erneuten Einsturz des damals 119 Meter hohen Turms. Außerdem hatten die Angriffe große Schäden am Kirchenschiff zur Folge.

Die Kirche wurde nochmal wiederaufgebaut, wobei die Nordwand nun eine moderne Fassade im Stil der 1950er Jahre erhielt. Heute ist die Jakobikirche die Kathedrale des katholischen Erzbistums Stettin-Cammin.

Stettiner Schloss

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist das Stettiner Schloss, welches jedoch leider im Krieg beinahe vollständig zerstört wurde. Nach Kriegsende wurde das prächtige Schloss dann in etwas abgewandelter Form wiederaufgebaut.

Ursprünglich was das Stettiner Schloss eine ehemalige Residenz der Herzöge von Pommern. Bis es zu schweren Beschädigung im Zweiten Weltkrieg kam, galt das Stettiner Schloss als das am besten erhaltene Schloss der während des Dreißigjährigen Krieges ausgestorbenen Greifen Herzöge.

Das wiederaufgebaute Herzogsschloss ist in der Gegenwart unter dem Namen „Zamek Książąt Pomorskich“ (Schloss der Pommerschen Herzöge) bekannt und gilt als eines der größten Kulturzentren in der Woiwodschaft Westpommern.

Das Schloss wurde von 1958 bis 1980 im Renaissance-Stil wiederaufgebaut.

In jüngster Zeit – genauer gesagt vor 2016 - wurde die ehemalige Schlosskirche saniert und restauriert und heißt jetzt Bogislaw-Saal. Dieser Saal ist jetzt Theater- und Konzertsaal und Aufführungsort zahlreicher Theaterstücke und hochklassiger Konzerte.

Unter dem Bauteil befindet sich der Begräbniskeller (Krypta) der Pommernherzöge. Die Särge der Pommernherzöge kehrten nach angeschlossener Restaurierung der Krypta wieder an diesen Ort zurück, nachdem sie vorher im Keller des

Im Mai 2017 sind mehrere Deckenpfeiler im Nordteil des Schlosses eingestürzt, wodurch auch ein Teil der Decke in sich zusammenbrach. Die Ursache der Katastrophe ist noch unklar.

Letztes Restaurierungsprojekt war die Krypta unter der Schlosskirche, in der bis vor dem Krieg die Särge der Pommernherzöge standen. Bis zur Wiederherstellung der Krypta befanden sich die besagten Särge in einem Kellerraum des Ostflügels und wurden dort ausgestellt.

Das Alte Rathaus

Das historisch wertvolle Alte Rathaus stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert und wurde ab 1677 im barocken Stil wiederaufgebaut. Nachdem dieser Bau dann während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde erfolgte die Rekonstruktion der ursprünglichen gotischen Architektur. Die Nordfassade zum Neuen Markt (Rynek Nowy) erhielt einen vereinfacht rekonstruierten, durchbrochenen gotischen Ziergiebel, die Südfassade zum Heumarkt zeigt Formen der Renaissance. Heutzutage befindet sich Im Alten Rathaus das Museum für Stadtgeschichte. Im Ratskeller gibt es ein uriges Restaurant.

Der Rossmarkt

Der Rossmarkt - heute Plac Orła Białego = „Platz des weißen Adlers“ genannt - liegt im Norden der Jacobikirche. Eine Grünanlage mit einer Statue der Göttin Flora (18. Jh.) und dem barocken Rossmarktbrunnen zieren die schöne Kirche. Auf der Westseite sticht das große Gründerzeitbauwerk der Preußischen Nationalversicherung ins Auge. Im Vorgängerbau (1723–1726) wurde 1759 Maria Fjodorowna geboren, die später Zarin wurde.

Im nebenan gelegenen Barockhaus, welches vom niederländischen Kaufmann Georg Christian Velthusen erbaut worden war, baute die Firma Georg Wolkenhauer vor dem Zweiten Weltkrieg Klaviere. Heute befindet sich in dem schönen Gebäude eine Musikhochschule. Ebenfalls an der Westseite des Platzes steht das Grumbkow-Palais, das im Jahre 1724/25 als Sitz des damaligen Regierungspräsidenten des preußischen Herzogtums Pommern, Philipp Otto von Grumbkow, erbaut wurde. Aufgrund des charakteristischen Giebelaufsatzes wird es heute Pałac pod Globusem („Palais unter dem Globus“) genannt.

Hakenterasse

Wohl eines der bekanntesten Bau Ensembles ist die Hakenterrasse (Wały Chrobrego), die ein weiteres wichtiges Wahrzeichen Stettins darstellt. Dies wunderschön mit Bäumen bestandene Uferstraße – hoch über der Oder gelegen - entstand zwischen 1900 und 1914 auf dem nördlich der Altstadt gelegenen Gelände des aufgegebenen Forts Leopold. Hier befinden sich drei äußerst monumentale öffentliche Gebäude. Das südliche Bauwerk, die Seefahrthochschule, ist ein Bau der deutschen Neurenaissance. Ihr folgt ein freundlicher Jugendstilbau mit markantem, kupfergedeckten Mittelturm, in dem ein Theatersaal, der Spielstätte des Teatr Współczesny („Theaters der Gegenwart“) ist, sowie das Meeresmuseum, eine Abteilung des polnischen Nationalmuseums, untergebracht sind. Das dritte Großbauwerk, in nordischer Renaissance ist der Sitz der Regierung von Pommern errichtet - der Wojewodschaft Westpommern. Direkt vor dem mittleren der drei Bauten öffnet sich die Allee zwischen zwei Jugendstilpavillons zur Oder, und eine breite und prunkvolle Freitreppe führt hinunter zum Fluss.

Die Aleja Papieza Jana Pawla II

Die Aleja Papieża Jana Pawła II – auf Deutsch „Allee Papst Johannes Paul II“ war früher als Kaiser-Wilhelm-Straße, bzw. von 1945–2007 als Aleja Jedności Narodowej („Allee der nationalen Einheit“) bekannt. Diese Allee ist die größte der Straßenachsen der Neustadt. Auf ihr befinden sich zwei große Plätze, der plac Grunwaldzki (übersetzt „Tannenbergplatz“, früher Kaiser-Wilhelm-Platz) und der plac Lotników („Platz der Flieger“, früher Augustaplatz). Auf dem letzteren Platz steht das berühmte Reiterstandbild, welches den Condottiere Bartolomeo Colleoni darstellt. Geschaffen wurde es 1913 als Kopie des seit 1493 auf dem Campo Santi Giovanni e Paolo in Venedig stehenden Reiterstandbildes des italienischen Bildhauers Andrea del Verrocchio Bis zum Zweiten Weltkrieg stand es im Kuppelsaal des Theater- und Museumsbaus an der Hakenterrasse.

Der Dammsche See

Wer jetzt ein bisschen Natur möchte, dem sei ein Ausflug an den Dammschen See ans Herz gelegt. Es handelt sich hierbei um eine Aufweitung der Oder kurz vor deren Mündung. Der rund 15 Kilometer lange und an der breitesten Stelle etwa vier Kilometer breite See beginnt im Zentrum von Stettin. Hier geht die von vielen Flussarmen und -inseln geprägte Oderniederung in einen offenen See über. Kurz vor der Stadt Pölitz (Police) findet der Fluss dann wieder in sein eigentliches Bett zurück, wobei er sich allerdings kurz vor der Mündung in das Stettiner Haff wieder ausbreitet (Papenwasser/Roztoka Odrzańska).

Der See hat seinen Namen von der Stadt Altdamm auf dem östlichen Oderufer bekommen, die heute ein Stadtteil von Stettin bildet.

Neben den beiden Hauptarmen der Oder, der West- und der Ost Oder, sowie den Querverbindungen Dunzig und Parnitz münden die Flüsse Plöne (Płonia) und Ihna (Ina) in den Dammschen See. Da die Westorder durch mehrere große Inseln vom übrigen See getrennt ist, behält sie auch im Bereich des Sees ihren Lauf größtenteils bei.

Das West-Ufer des Sees ist relativ dicht mit den Stadtteilen von Stettin bebaut, während im Süden der große Seehafen der Stadt den Dammschen See vom Landschaftsschutzpark Unteres Odertal trennt. Im Südosten liegt der bereits erwähnte Stadtteil Altdamm, der dem See seinen Namen gegeben hat. Weitgehend unbesiedelt sind dagegen das östliche und nördliche Ufer, wobei die nächste Stadt (Gollnow/Goleniów) rund 10 km östlich liegt.

Hauptfriedhof Stettin

Der Hauptfriedhof Stettin, polnisch Cmentarz Centralny w Szczecinie genannt, ist durchaus sehenswert. Dieser kommunale Friedhof ist mit seiner Fläche von über 167,8 Hektar und mehr als 300.000 Gräbern sowie seinem beständigen Wachstum der größte Friedhof in Polen und beachtlicher Weise der drittgrößte in ganz Europa.

Der Stettiner Hauptfriedhof wurde 1901 neu angelegt. Als Vorbild diente hierbei interessanterweise der Friedhof Ohlsdorf in Hamburg. Seit dieser Zeit ist der Friedhof ununterbrochen in Benutzung und besitzt den Status eines geschützten polnischen Nationaldenkmals.

Der ältere Teil des Friedhofs wurde in den westlichen Außenbezirken der Stadt eingerichtet. Der renommierte Architekt Wilhelm Meyer-Schwartau aus Stettin hat diesen Teil entworfen, während die Grünanlagen von dem Landschaftsarchitekten Georg Hannig gestaltet und ausgeführt wurden. Wilhelm Meyer-Schwartau konzipierte im gleichen Zeitraum auch die neoromantische Kapelle, sowie eine monumentale 77 Meter lange Eingangsallee vom Haupttor bis zur Kapelle.

Insgesamt findet man elf prachtvolle Alleen die als Parkwege in den Friedhof hineinführen. Man wollte dabei die natürlichen Besonderheiten der vorhandenen Landschaft in die Gesamtanlage integrieren. Dabei war die Idee, dass der Friedhof sowohl eine malerische Parkanlage sein sollte, als auch die Stimmung eines „Memorialparks“ haben sollte. Die überwiegende Zahl der Wege im alten Teil des Friedhofs sind verschlungen und durchziehen ihn in einem feinen Gewebe aus kleinen Kreisen. Der Hauptweg ist von Platanen flankiert und führt vom Zentraleingang direkt auf die Kapelle zu. Dadurch verbindet und teilt diese Hauptachse den alten und den neuen Bereich des Parkfriedhofs.

Nahe der Kapelle wurde im Jahre 1929 das Krematorium errichtet. 1930 wurde im Rahmen der Erweiterung nach Westen eine zweite Kapelle in einem moderneren Stil erbaut. Leider wurde diese dann durch Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1984 endgültig abgerissen. 1981 wurde dann auch noch die Hauptkapelle durch ein großes Feuer zerstört und es dauerte 13 Jahre bis man diese endlich wiederaufbaute. Bis in die heutige Zeit gibt es auf dem Friedhof nur noch diese einzige Kapelle. Ihr gegenüberliegend befindet sich ein Wasserbecken mit einem schönen Springbrunnen.

1930 wurde der neue westliche Teil des Friedhofs auf einem ehemals militärisch genutzten Gelände errichtet. In diesem neueren Teil verlaufen die meisten Weg gerade und parallel zu zwei lauschigen Bächen, die das ganze Territorium munter durchfließen.

Im Friedhof findet man zahlreiche Stellen von historischem Interesse, so zum Beispiel ein Lapidarium mit alten Grabsteinen und Grabskulpturen. Desweiteren findet man auch eine alte Windmühle, die heute in ein Gartencenter integriert ist. Man findet hier die Gräber von bemerkenswerten und berühmten Menschen, wie Künstlern und Politikern.

Zudem kann man unter anderem folgenden Monumente bewundern:

  • für die Gefallenen und Kriegsveteranen,
  • für die Seeleute, die auf dem Meer blieben,
  • für ungeborene Kinder und
  • für die Opfer in den Konzentrationslagern.

Das Pomnik Braterstwa Broni (Denkmal der Waffenbrüderschaft) ist wohl das bekannteste Monument und wurde 1967 von Sławomir Lewiński gestaltet. Es handelt sich hierbei um ein Militärdenkmal, das einen geflügelten Husaren zeigt. Man findet es auf einem Hügel an der Hauptachse, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Hauptkapelle genießen kann.

Alles in allem ist der Hauptfriedhof ein kolossaler Park im Herzen der Stadt mit einer großen Anzahl wunderbar alter Bäume unterschiedlicher Art und zu kunstvollen Figuren geschnittenen immergrünen Koniferen Büschen. Er ist praktisch ein großer botanischer Garten, der nicht nur in Stettin mit dieser Originalsammlung von Bäumen und Büschen kaum Konkurrenz hat. Besonders schön ist auch, dass sich einige Teile des Friedhofs noch in sehr natürlichem Zustand mit Dickichten und Wiesen befinden und echte Biotope sind. Besonders sind hierbei zu erwähnen die Grüngürtel entlang der zwei bereits erwähnten Bäche. Auf diese Weise werden sehr wichtige Lebensräume für kleine Tiere, Vögel und Insekten mitten in der Stadt erhalten. Es gibt Füchse, Hasen, Igel, wilde Enten und rote Eichhörnchen, weshalb sogar ein echter Lehrpfad mit Fotos und Informationen zu diesen Wildtieren im Friedhof errichtet wurde.

Und natürlich ist der Hauptfriedhof selbst ein Kulturdenkmal, das vor hundert Jahren im deutschen Stettin errichtet wurde und auch heute noch im polnischen Stettin benutzt wird. Kein wunder, dass dieser Bemerkenswerte Friedhof jedes Jahr von unzähligen Touristen besucht und bestaunt wird.

Kartäuserkloster Grabow

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Kartäuserkloster Gottesgnade (Domus Gratiae Dei) - ein ehemaliges Kloster des Kartäuserordens.

Es ist nicht ganz geklärt ob diese Kartause in Grabow bei Stettin durch den pommerschen Herzog Barnim III. 1360 oder 1342 gegründet wurde, beide Jahreszahlen tauchen in der Literatur auf.

Das Kartäuser Kloster befand sich auf jeden Fall in einer damaligen Vorortsiedlung Stettins an den Ufern der Oder und war die erste Kartause an der gesamten Ostseeküste. Die ersten Mönche zogen wahrscheinlich aus der Kartause Hortus Beatae Mariae in Prag nach Stettin.

Die wichtigste wirtschaftliche Aktivität waren Geldgeschäfte. Außerdem besaß auch die gut ausgestattete Bibliothek große Bedeutung. Und schließlich fand der Weinberg in Grabow erstmals im Jahr 1278 Erwähnung. Somit handelt es sich hierbei um das früheste Zeugnis für Weinbau in Pommern.

Barnim IX. schloss im Jahr 1538 mit den Mönchen einen Vertrag zur Übergabe der Kartause ab und ließ diese im Anschluss daran zum „Schloss Oderburg“ umbauen.

Philipp II., Herzog von Pommern-Stettin, stattete zu Beginn des 17. Jahrhunderts das Schloss mit seiner umfangreichen und beeindruckenden Gemäldesammlung aus.

Ein weiteres wichtiges Ereignis im Leben des Schlosses war die Inhaftierung von Sidonia von Borcke in der Oderburg in den Jahren 1619−1620. Die pommersche Adelige Sidonie wurde dann später wegen angeblicher Hexerei verurteilte und hingerichtete.

Schließlich wurde das Schloss während des Dreißigjährigen Krieges stark beschädigt und praktisch zerstört: Die Odeburg wurde im Juli 1630 von den Schweden unter Gustav Adolf als Quartier benutzt, so lange sie die Stadt belagerten. 1677 wurde das Schloss im Nordischen Krieg endgültig zerstört.

Heute befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Klosters und des Schlosses die Bürogebäude der Stettiner Werft. Einzelne Urkunden des Klosters werden in dem Landesarchiv Greifswald aufbewahrt.

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