16 Dinge, die man in Gent machen kann (Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten)

Gent

Gent ist die zweitgrößte Stadt in Flandern, direkt nach Antwerpen. Zudem ist sie die Hauptstadt der belgischen Provinz Ostflandern.

Gent entstand aus keltischen Ansiedlungen in dem Gebiet, wo Schelde und Leie zusammenfließen. Gent wurde dann im Mittelalter durch den florierenden Tuchhandel bekannt und wuchs zu einer der größten und wichtigsten Städte Europas heran.

Zudem trugen das Flachs- und Leinengewerbe und das Stapelrecht auf Getreide zum Wohlstand der Stadt bei.

Im Prinzenhof, wurde am 24. Februar 1500 der spätere Kaiser Karl V. geboren.

Gent hat so einige Zusatznamen, so wird die Stadt auch „die stolze Stadt“ (de fiere stad) oder – nach den Vorkämpfern seiner städtischen Freiheit – „Arteveldestadt“ genannt. Man hört auch des Öfteren den Namen „Blumenstadt“, da Gent inmitten von ausgedehnten Blumen- und Pflanzenanbaugebieten liegt.

Patronatsheilige von Gent sind Sankt Lieven und Pharaïldis, während der Heilige Bavo der Schutzheilige des Bistums Gent ist. Entsprechend wurden nach ihm sowohl die Sankt-Bavo-Abtei als auch später die St.-Bavo-Kathedrale benannt.

Gent liegt im Zentrum eines urbanen Städtegebiets. So sind Brüssel im Südosten und Antwerpen im Nordosten jeweils nur ca. 50 km entfernt, während es bis nach Brügge, Kortrijk und Roeselare im Westen lediglich 40 km sind. Die Stadt selbst hat knapp über 240.000 Einwohner (2010), während in der Metropolregion der Stadt rund 595.000 Menschen leben. Die Stadt Gent gliedert sich in 25 Stadtteile.

Gent hat eine unglaubliche Vielzahl an historischen Gebäuden und ist hervorragend erhalten. Eine wunderschöne Stadt, die ihren Besuchern interessante Sehenswürdigkeiten bietet.

St. Bavo Kathedrale mit zahlreichen Kunstschätzen

Angefangen hat die mächtige Kathedrale mit einer Kapelle, die Johannes dem Täufer geweiht war. Die ursprüngliche Kapelle bestand vor allem aus Holz und wurde 942 von dem Bischof Transmarus eingeweiht. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erreichte die Kirche mehr oder weniger ihr gegenwärtiges Aussehen.

Die Diözese von Gent wurde im Jahr 1559 gegründet und die Kirche im Zuge dessen zur Kathedrale erklärt. Der reiche Barockstil im Innenbereich ist dem Einfluss des am längsten regierenden Bischöfe von Gent, Antonius Triest, zu verdanken.

In jüngster Zeit wurde im Januar 2006 damit begonnen, die Kathedrale zu restaurieren.

Besonders sehenswert sind die vielen religiöse Kunstwerke aus den verschiedensten Jahrhunderten in der Kathedrale. So stammt das älteste Stück aus dem 8. Jahrhundert, das jüngste aus den späten 1990er Jahren. Sicherlich das bekannteste Werk ist der Genter Altar, ein Flügelaltar der von Jan van Eyck und Hubert van Eyck angefertigt wurde. Zusätzlich gibt es weitere 21 Altäre in der Kirche.

Sankt Peters Abtei

Die ehemalige Benediktiner Abtei Sankt Peters (niederländisch Sint-Pietersabdij) liegt an einem alten Scheldearm auf dem Blandinberg, welcher mit seinen 28 Metern der höchste Punkt der Stadt Gent ist. Hier gründete der Mönch Amandus im 7. Jahrhundert ein Kloster, das später zur Sankt Peters Abtei wurde. Dies geschah zur Regierungszeit des fränkischen Königs Dagobert, wobei die Abtei im Laufe der Jahre durch verschiedenen Schenkungen stetig wuchs.

Berühmt war das Kloster auch für den Weinanbau, denn schon im Jahre 815 sollen dort am Südhang des Blandinbergs Reben gepflanzt worden sein. Um 870 erwarb der erste Graf von Flandern, Balduin mit dem Eisen Arm (837/40–879), das Kloster. Dessen Sohn, Baldwin der Kahle (879–918), starb der Klosterchronik zufolge auf dem Hügel und wurde dort begraben.

Sankt Peter, wie viele anderen Klöster in Flandern, hatte gewaltig unter den Wikingerraubzügen zu leiden und wurde teilweise zerstört. Um 960 ließ dann Graf Arnulf der Große das Kloster aufwändig wiederherstellen.

Insgesamt sollen hier fünf flandrische Grafen begraben worden sein. Unter anderem deshalb hat dieser Ort in der Geschichte Flanderns einen ganz besonderen Stellenwert.

Nach dem Einmarsch französischer Truppen wurde das Kloster schließlich im Jahr 1796 aufgelöst. Seit 1799 benutzte dann die benachbarte Kirchengemeinde die Klosterkirche, da deren Kirche Onze-Lieve-Vrouw abgebrochen worden war. Seitdem trägt die Kirche die Doppelbezeichnung Onze-Lieve-Vrouw-Sint-Pieterskerk.

Heutzutage dient das schöne Klostergebäude weltlichen Zwecken, weshalb die geschichtsträchtige Abtei nun als Museum und Ausstellungsraum verwendet wird. Am sonnenbeschienenen Südhang sind auch wieder Weinstöcke zu sehen, was der ehemaligen Abtei ein sehr malerisches Aussehen verleiht.

Der Genter Belfried

Im Zentrum steht der berühmte Genter Belfried mit seinen 95 Metern. Genauer gesagt erhebt er sich zwischen der imposanten St. Bavo Kathedrale und der schönen St. Niklaskirche. Die drei markanten Türme stehen auf einer Linie und bilden die berühmte Genter Dreiturmreihe – „Drie Torens van Gent“.

Besonders hervorzuheben sind die vier steinernen Wächterfiguren aus dem Jahre 1339 auf den Ecktürmen (heute in Kopien), die große Rolandglocke von 1660 (6070 kg), ein Glockenspiel von 1659, die Turmuhr von 1912 und der legendäre „Drache von Gent“ als Turmspitze, der 1377 gegossen wurde.

Im Genter Belfried liegt das sogenannte Secreet, in dem wichtige Privilegien aufbewahrt wurden. Dieses hatte zwei Türen mit jeweils drei Schlössern, deren Schlüssel im Besitz verschiedener Handwerkerzünfte waren. Die Urkunden wurden wiederum in einem Schrank mit 18 Riegeln aufbewahrt, welche ihrerseits wieder von drei Schlüsseln geöffnet wurden. Letztere wurden vom Vogt selbst und den Hauptschöffen aufbewahrt.

Das Original des Bauplans von Jan van Haelst befindet sich im Stadtmuseum Gent und datiert von 1314.

Die ersten vier von insgesamt sechs Bauabschnitten waren dann 1323 realisiert. Die vorläufige Turmbekrönung aus Holz wurde zwischen 1377 und 1380 angebracht und der gegossene, aus Brügge gebrachte legendäre 'Drachen von Gent' aufgesetzt.

Die Rolandsglocke (Klokke Roeland) gab das Signal zum Öffnen und Schließen der Stadttore, warnte vor Brände und kündigte besonderen Ereignissen an.

Der Turm mit allen seinen anschließenden Bauten ist seit 1936 denkmalgeschützt und gehört zusammen mit der Tuchhalle und dem „Mammelokker“ seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Sankt Niklas Kirche (Sint-Niklaaskerk)

Die Sint Niklaaskerk liegt im Herzen der historischen Altstadt und gehört zweifelsfrei zu den bedeutendsten gotischen Kirchenbauwerken Mitteleuropas. Sie liegt ca. 400 m von der St. Bavo Kathedrale entfernt und ist eine normale Pfarrkirche.

Geweiht wurde der Bau dem Heiligen Nikolaus von Myra, dem Schutzpatron der Getreidehändler, Kaufleute, Binnenschiffer, Fuhrleute. Der Bau begann Anfang des 13. Jahrhunderts im Stil der Schelde Gotik nachdem ein romanischer Vorgängerbau abgerissen worden war.

Im 14. Jahrhundert erfuhr der Chorbereich der Kirche eine Erweiterung und wurde mit Strebewerk gefestigt. Im 17. Jahrhundert wurde der Laternenturm wegen erheblicher Bauschäden geschlossen.

Im 20. Jahrhundert erfolgten drei umfassende Restaurierungsmaßnahmen, von denen die letzte erst im Jahr 2010 zu Ende ging.

Die Kirche wurde Blaustein errichtet, welcher für diese Region typisch ist. Der schöne Kirchenbau beeindruckt durch die ausgewogenen Proportionen und seinen hohen, doppelgeschossigen Turm, dessen unteres Stockwerk zum Inneren des dreischiffigen Kircheninneren hin als Laternenturm eingerichtet wurde, während im Obergeschoss die Kirchenglocken angebracht waren.

Das Mittelschiff der Kirche besitzt die charakteristischen drei Wandteile der Gotik: Arkadenzone, unbelichtetem Laufgangs-Triforium und Obergaden.

Sehr schön und interessant ist auch der barocke Hauptaltar mit seinem Bild mit der Darstellung eines Wunders des hl. Nikolaus. Die hölzerne Kanzel, auch sie ein Werk des Barocks, ist mit aufwendigen Schnitzereien ausgestattet.

Graslei

Die Graslei ist eine prachtvolle Uferstraße von Gent, die im alten mittelalterlichen Hafen zu finden ist. Hier befinden sich die traumhaft schönen und berühmten Gildehäuser des 16. und 17. Jahrhunderts. Heutzutage ist die Graslei ein beliebter Treffpunkt und bei schönem Wetter strömen die Menschen regelrecht dorthin, um dem Wasser näher zu sein. Überall sitzen Einheimische wie Touristen auf den offenen Café Terrassen oder direkt und ungezwungen am Ufer, wo sie mitgebrachten Wein trinken.

Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (SMAK)

Für Kunstliebhaber ist das Museum für Aktuelle Kunst – das sogenannte Stedelijk Museum voor Actuele Kunst S.M.A.K. – eine tolle Adresse. Das Museum liegt in einem schönen modernen Gebäude. Es hat eine umfangreiche Sammlung an Kunstwerken seit 1945. Unter anderem sind hier Arte Povera, Pop Art und Minimalismus vertreten und man kann Werke von Meistern wie Joseph Beuys oder David Hammons bewundern. Das S.M.A.K. liegt dem Museum für Schöne Künste gegenüber.

Das Museum der Schönen Künste

Eines der ältesten Museen in Belgien ist das Museum der Schönen Künste in Gent, das Ende des 18. Jahrhunderts von Französen als Heimat für Kunstwerke aus zerstörten Kirchen ins Leben gerufen wurde. Dem Besucher wird eine umfangreiche Bilder- und Plastiksammlung vom Mittelalter bis die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts geboten. So kann man hier die Gemälde von Hieronymus Bosch, Martin van Heemskerck, Anton van Dyck, Jacob Jordaens, Frans Hals, Gustav van de Wustein finden.

Das Museum liegt in einem Gebäude neben dem Citadel Park und wurde nach Umbauarbeiten 2007 festlich wiedereröffnet. Nachdem das Gebäude sowohl drinnen als auch draußen gründlich restauriert wurde, sind neue Räume entstanden, so zum Beispiel ein schickes Café-Restaurant, ein lauschiger Patio und eine interessante Bibliothek.

Der Vrijdagmarkt

Der Vrijdagmarkt ist ein großer Platz im Herzen der Stadt. Hier sprudelt schon seit ewigen Zeiten das politische und soziale Leben von Gent.

So traten die jeweiligen Regenten auf diesem Platz im Rahmen verschiedener Zeremonien vor ihrem Volk auf. Um den Vrijdagmarkt herum liegen ebenfalls historische und sehr schmucke Gildehäuser. Im Zentrum des Platzes befindet sich das Denkmal für Jacob van Artevelde (1290-1345), eine wichtige historische Figur der Stadt Gent.

Burg Gravensteen

Die Grafen von Flandern hatten ihren Sitz in der Burg Gravensteen (deutsch „Grafenstein“). Sie ist eine der größten Wasserburgen Europas und eine wichtige Sehenswürdigkeit.

Die Burg liegt am linken Leie Ufer direkt im Stadtzentrum. Hier fließen die Flüsse Lieve und Leie zusammen.

Es wird angenommen. Dass die erste Burg schon in Zeiten von Karl dem Kahlen erbaut wurde, wahrscheinlich von Balduin I. um 870.

Die erste befestigte Anlage stammte aus der Zeit der Wikinger und war aus Holz errichtet. Um das Jahr 1000 herum wurde dann ein Saalbau aus Stein – mit einer ersten Ringmauer - gebaut.

Im Rahmen der ersten richtigen Belagerung der Burg durch die Männer des Dietrich von Elsass wurde diese dann zerstört.

Schließlich ließ Philipp von Elsass, der damalige Graf von Flandern, von 1180 bis 1200 auf den Überresten der alten Burg den Gravensteen errichten. Hierbei wurde Die Anlage deutlich vergrößerte, um die Genter besser unter Kontrolle halten zu können. So wurde auch ein Ringgraben angelegt. Der Aushub wurde um den alten Saalbau aufgeschüttet, so dass eine sogenannte Motte entstand. Zusätzlich wurde ein 30 m hoher Donjon errichtet und wehrhafte Türme in der Stadt durch die Bürger gebaut.

Zu einer erneuten Restaurierung kam es dann nochmal zwischen dem 13. Jahrhundert und dem 14. Jahrhundert, wobei der ovale Burghof noch um eine Ringmauer mit 24 vorspringenden, zweistöckigen Türmchen bereichert wurde. Innerhalb der Ringmauer lagen alle wichtigen Räume zur Bewirtschaftung sowie die Gebäude des Grafen. Gent wuchs dann im 12. Jahrhundert so stark, dass die Stadt nun die Burg umschließt.

Die Grafen von Flandern zogen jedoch im 14. Jahrhundert von der Burg in den benachbarten Prinzenhof als Residenz um. So verlagerte Graf Ludwig II. im Jahr 1353 seine Residenz von Gravensteen an den Hof Ten Walle. Dennoch diente die Burg weiterhin als Ort für große Feste und wichtige Empfänge.

Die Genter belagerten im Jahr 1301 die Burg und erzwangen durch den Einsatz von Feuer die Kapitulation.

Die Burg diente von 1407 bis 1708 als Gerichtssitz und auch der Rat der Stadt Gent tagte in der geschichtsträchtigen Burg, die auch einen ein Kerker und eine Folterkammer beherbergte.

1780 wurde sie schließlich verkauft und bekam einen völlig neuen Verwendungszweck, indem sie zu einer Textilfabrik umgewandelt wurde. Der Direktor wohnte im Torhaus, während die Arbeiter die Nebengebäude als Wohnquartier zugewiesen bekamen.

Gravensteen wurde dann nach der Französischen Revolution an eine Baumwollspinnerei veräußert.

Als dann die mächtige Burg am Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen werden, wurde dies von der Stadt Gent glücklicherweise verhinderte. So kaufte die Stadt im Jahr 1887 die Burg zurück. Bis ins Jahr 1908 wurde der Bau nur leidlich instandgehalten und erst ab 1980 wurde die Burg dann im Rahmen der 800-Jahr-Feier der Stadt Gent komplett renoviert und restauriert.

Interessierte Besucher können Gravensteen das ganze Jahr über besichtigen (außer an den beiden Weihnachtsfeiertagen und am 1. und 2. Januar). In der Burg befindet sich ein Waffenmuseum, mit den typischen Waffen des Mittelalters, u. a. aus der Waffensammlung von Adolphe Neyt, sowie ein Folterinstrumente- und Gerichtsmuseum.

Der Rundgang besteht aus 15 Stationen an welchen sich jeweils eine Beschreibung in vier Sprachen (Französisch, Niederländisch, Englisch und Deutsch) befindet.

Bemerkenswert ist der zweischiffige Audienzsaal, der sich mit seinem mächtigen Gewölbe im Erdgeschoss befindet. Den sogenannten Großen Saal findet man im ersten Stock. Hier wurde im Jahre 1445 die Versammlung der Ritter vom Goldenen Vlies abgehalten. Dieser Ritterorden war 1430 von Philipp dem Guten von Burgund ins Leben gerufen worden.

Des Weiteren befindet sich in den Wohnräumen des Palais heute ein etwas makabres, aber sehr interessantes Foltermuseum mit Folterwerkzeugen und Gerichtsakten. Im Kellergeschoss kann man das damalige Gefängnis, sowie die Folterkammer und das Kerkerloch besichtigen.

Prinzenhof

Der Prinzenhof - niederländisch Prinsenhof - entstanden durch die Errichtung von Bauten rings um den ehemaligen Hof ten Walle (Hof zum Walle), dem Geburtsort Kaiser Karls V. (* 24. Februar 1500).

Der ursprüngliche Hof zum Walle wurde als luxuriöse Privatresidenz für den italienischen Financier und Politiker Simon de Mirabello im 14. Jahrhundert erbaut. Zu späteren Zeiten diente der Hof dann als Wohnort der Grafen von Flandern.

Der alte Hof ist allerdings mittlerweile völlig verschwunden, wenn man vom Nordportal absieht, das auch als das dunkle Portal (Donkere Poort) bezeichnet wird.

Bereits im 14. Jahrhundert wurde hier ein Löwenhof (Leeuwenhof) errichtet, der jedoch heute nicht mehr zugänglich ist. 1360 tötete ein entflohener Löwe auf tragische Weise drei Menschen. Der Tiergarten beherbergte auch andere Tierarten und blieb bis in das 17. Jahrhundert bestehen, bis er dann 1650 von Karmelitern in einen Klostergarten umgewandelt wurde.

Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende finden die Prinzenhoffeste statt, ein tolles und farbenfreudiges Treiben, das als eine der Hauptattraktionen den größten Rummelmarkt von ganz Gent hat.

Der Prinzenhof ist für jeden Besucher, der in Gent ein paar Tage verbringt ganz sicherlich einen Besuch wert, denn hier kann man Geschichte ganz hautnah erleben.

Sankt Michael Kirche

Ebenfalls eine interessante und bewegte Geschichte weist die Kirche Sankt Michael in Gent (niederländisch Sint-Michielskerk) auf. Sie ist ein katholischer Kirchenbau aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Die ursprüngliche Kapelle, ein eher bescheidener kleiner Bau, fiel zu Beginn des 12. Jahrhunderts den Flammen zum Opfer. Im Jahr 1440 durch die kleine Kapelle dann durch den wesentlich größeren Neubau der heutigen Kirche ersetzt. Hierbei wurde der heutige Bau in zwei Phasen mit einer ziemlich langen Unterbrechung erbaut. In der ersten Phase, die im 15. und 16. Jahrhundert stattfand, wurde der westliche Teil konstruiert. Dieser umfasst das dreischiffige Langhaus und das Querschiff, dessen Bau 1530 abgeschlossen wurde. Auch der Glockenturm, der 1566 bis zur zweiten Etage hochgezogen war, wurde in dieser ersten Phase errichtet. Die Arbeiten wurden dann während der Zweiten und Dritten Hugenottenkriege unterbrochen. Zusätzlich wurde im Jahr 1579, während der calvinistischen Herrschaft, die Kirche geplündert und schwer beschädigt, der Chor sogar komplett zerstört.

Unter der Herrschaft von Isabella Clara Eugenia von Spanien, Albrecht VII. von Habsburg und ihren Nachfolgern wurden dann von 1623 bis 1659 umfangreiche Reparaturen durchgeführt und Chor und Kapellenkranz wiederhergestellt. Aus finanziellen Gründen musste damals jedoch die Fertigstellung des Glockenturms aufgegeben werden. Deshalb wurden leider die Pläne des Architekten Lieven Cruyl aus dem Jahr 1662 nicht vollendet. Diese sahen einen Turm im Stil der Brabantische Gotik – also etwa wie bei der Kathedrale von Antwerpen – vor. Aus diesem Grunde sieht der Turm auch heute noch wie oben abgeschnitten aus.

Im Inneren der hübschen Kirche befinden sich schöner Altar und Kanzel im neugotischen Stil, Beichtstühle im Stil des Barock, des Rokokos und des Neoklassizismus, mehrere hochwertigen Statuen aus dem 18. Jahrhundert und zahlreiche wertvolle Gemälde aus dem Barock. Unter letzteren befindet sich auch ein Sterbender Christus von Anthonis van Dyck sowie Werke von Gaspar de Crayer, Philippe de Champaigne und Johann Bockhorst.

Ebenfalls Aufmerksamkeit verdient die Orgel, die 1817 von dem Orgelbauer De Volder erbaut wurde. 1951 wurde das Instrument durch den Orgelbauer Anneessens umgebaut und nochmals erweitert. Die jetzige Orgel hat somit 47 Register auf drei Manualen und Pedal.

Diese Kirche ist auch deshalb so interessant, weil man in Ihr architektonische Stilrichtungen und zahlreiche Kunstwerke aus verschiedenen Epochen bewundern kann.

Burg Geeraard de Duivelsteen

Die ältesten Teile des Gebäudekomplexes der Burg Geeraard de Duivelsteen stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die Burg ist nach dem Ritter, Grafen und Burgherren Geeraard Vilain (auch unter dem Vornamen Geeraad bekannt), benannt. Dieser wurde aufgrund seiner dunklen Hautfarbe Geeraard de Duivel (Geeraard der Teufel) genannt. Heute beheimatet das Gebäude das Reichsarchiv von Gent.

Gent bei Nacht

Ein absolutes Muss ist der Streifzug durch Gent bei Nacht. Denn die Innenstadt ist nach einem ausgeklügelten Beleuchtungsplan gekonnt ins rechte Licht gesetzt. Der Lichtplan wurde von dem renommierten Lichtdesigner Roland Jéol entwickelt. Dieser Plan ist so gut und beleuchtet auf ausgeklügelte und wohlkonzipierte Art und Weise die Innenstadt und ihre zahlreichen historischen Bauten, dass er 2004 mit dem internationalen City-People-Light-Award ausgezeichnet wurde.

Diese Illuminationen sind heute übrigens in mehren europäischen Städten zu finden. So gab es in Frankreich bereits im Jahre 2006 über 200 Städte mit Lichtplänen (französisch: „plans lumières“). Auch in Deutschland gibt es ca. 19 Städte mit offiziellen Lichtpläne. Diese Lichtpläne gelten übrigens in der Regel nicht nur für einen Tag, einige Tage oder einige Wochen im Jahr, sondern werden generell in allen Nächten strikt eingehalten.

Die Stadt Lyon gilt hierbei übrigens als Pionier, denn dort wurde auf Initiative von Roland Jéol 1989 der erste „plan lumière“ weltweit aufgestellt. Nach dem „plan lumière“ von Jéol waren 2003 270 Objekte „eingeleuchtet“.

Pretland Gent

Wer mit Kindern unterwegs ist, der sollt sich Pretland Gent nicht entgehen lassen. In diesem wunderschönen und wohldurchdachten Vergnügungszentrum gibt es eine große Auswahl an bunten Spielplätzen für Kinder. Auch für Kleinkinder sind die meisten dieser Spielplätze absolut sicher. Kleine Kinder können sich mit den farbenfrohen Fahrgeschäften und wohlkonzipierten Spielplätze mit unzähligen Spielsachen so richtig austoben. Im Anschluss daran kann sich dann die ganze Familie, und danach kann sich die ganze Familie in einem gemütlichen Café entspannen.

Museum für die Geschichte der Wissenschaften

Ebenfalls toll für Kinder ist das Museum für die Geschichte der Wissenschaften. Die Sammlung von historischen und naturwissenschaftlichen Artefakten im Museum ist absolut einzigartig und wird die ganze Familie sicherlich begeistern.

Bootsfahrt in Gent

Und schließlich noch ein Tipp für all diejenigen, die gerne im Freien unterwegs sind – eine erfrischende Bootsfahrt auf den Kanälen von Gent.

Bei diesem Ausflug können die Urlauber eine Vielzahl der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt vom Wasser aus sehen. Hierbei werden die Teilnehmer mit speziellen Decken und Regenschirmen ausgestattet, damit die Tour so angenehm wie möglich ist. Berühmte Sehenswürdigkeiten wie z.B. das weiter oben besprochene Schloss Gravensteen und die Uferpromenade sehen vom Wasser aus gesehen gleich ganz anders aus. Ein echter Spaß für die ganze Familie!

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